HR Today Opinion

Wieviel Mobile hätten Sie gerne?

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Immer wieder wird darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, dass eine gute Candidate-Experience auch auf Mobilgeräten gewährleistet wird – also insbesondere die Darstellung und Nutzung von Online-Inseraten und Bewerberformularen auf Smartphones. Aber wie werden Mobilgeräte von den Stellensuchenden eigentlich eingesetzt und was muss man aus HR-Perspektive beachten?

In der Menge an Daten, die anfällt, liegt aber auch das Problem; da es nicht einfach ist, zu erkennen, welche Informationen – zum Beispiel im Rekrutierungsprozess – für eine Auswertung relevant sind und welche nicht, wirkt die Datenflut geradezu lähmend. Davon sollten Sie sich aber nicht abschrecken lassen, denn die gute Nachricht ist, dass jede Auswertung besser ist als keine. Man muss einfach damit anfangen.

Zugriffe im Tagesverlauf (Firmen-Stellenmärkte)

Pauschal gilt die Aussage, dass mittlerweile über 50% der Stellensuchenden ihr Mobilgerät bei der Stellen-Recherche einsetzen. Das bedeutet jedoch nicht, dass auch die Hälfte aller Aufrufe von Stelleninseraten über ein Mobilgerät erfolgen. Vielmehr ist es so, dass für die gezielte Recherche immer noch mehrheitlich Desktop-PCs und Laptops eingesetzt werden. Dass dies zu einem Gutteil daran liegt, dass die Stellensuche am Arbeitsplatz erfolgt, macht die obige Grafik deutlich: die Zugriffe erfolgen mehrheitlich während der Kern-Arbeitszeit und nehmen dann am Abend nach 18 Uhr stark ab.

Die Bedeutung der Mobilgeräte zeigt sich dann aber in den Abendstunden; hier nimmt die Nutzung sogar eher noch zu. Auf Online-Stellenmärkten wie jobs.ch erfolgt ab 21h sogar die Mehrzahl der Zugriffe über Mobilgeräte. Es lohnt sich also auf jeden Fall, die Stelleninserate durch responsive Design mobiltauglich zu machen. Das danken Ihnen nicht nur die Mobile-Nutzer, sondern auch Google, das entsprechend optimierte Inserate bevorzugt in Trefferlisten bei Stellensuchen ausgibt.

Bleibt noch das Problem mit der mobilen Bewerbung: die meisten Bewerberformulare sind auf dem Mobile nicht sinnvoll nutzbar – auch wenn manche Anbieter etwas anderes behaupten. Hier muss das HR bereit sein, auf althergebrachte Rituale wie Motivationsschreiben oder vollumfängliche Zeugnisdokumente bei der Interessensbekundung potenzieller Kandidaten zu verzichten.

Wichtig ist, den Kandidaten dann glaubhaft zu versichern, dass ihre Mobile-Bewerbung auch in der Kurzform akzeptiert wird, denn aktuell befürchten 60% der Nutzer, dass ihre Mobile-Bewerbung schlechtere Chancen hat: sie werden sich also nicht spontan bewerben, und so geht Ihnen vielleicht wieder ein wertvoller CV verloren …

Felix Mall ist Head of Business Development bei Prospective und unter anderem verantwortlich für die Weiterentwicklung der Lösungen für Online-Stellenanzeigen. Fragen? Felix freut sich über Ihre Mail an fma@prospective.ch.   Die Prospective Media Services AG ist Spezialistin für Recruiting Solutions und Data Driven Recruiting. Die Firma zählt zahlreiche der renommiertesten Unternehmen der Schweiz zu ihren Kunden. www.prospective.ch

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